Hier findet ihr Berichte von vergangenen Lehrgängen und Trainings.
Für die Hamburger Aikido-Kids ist der Lehrgang in Wedel eine zweijährlich wiederkehrende Veranstaltung mit wechselnden Trainerinnen oder Trainern und leicht wechselndem Rahmenprogramm.
In diesem Jahr allerdings sollte der Lehrgang eine gelungene Veranstaltung auf Bundesebene werden, denn wir hatten entschieden, den Bundesjugendlehrgang in der Sporthalle des Wedeler TSV unter gleichen Voraussetzungen wie bisher stattfinden zu lassen.
Regine Häfner schlug in einem Gespräch Miron Hahne als Trainer vor, während ich laut über die Planung des Wedeler Lehrgangs nachdachte. Persönlich kannten wir uns noch nicht. Als er das Thema des Lehrgangs „Wir treffen uns im Zentrum“ vorschlug, ging meine Phantasie auf die Reise und ich stellte mir diverse Szenarien vor, die auf dieses Thema passen könnten. Dazu gehörte auch die Idee, am Wedeler Roland im Zentrum des Ortes ein Hinweisschild aufzuhängen, dass wir uns doch in der Turnhalle träfen. Was Miron uns präsentierte, übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Schon in der ersten Trainingseinheit fiel die Leichtigkeit in den Bewegungen auf, die Miron und sein Vorzeige-Uke Kai Kornetowski präsentierten.
Zwischen den Kyu-Graden machte Miron keinen Unterschied. Der Bedarf an Ukemi-Vorbereitung wurde bedient, bevor es an die Techniken ging, in denen man die entsprechende Fallschule benutzen konnte.
Miron fand ein ausgewogenes Verhältnis aus Erwärmung, Belastung und Entspannung. Er hielt den Spielanteil minimal und sorgte dennoch für spielerisches Üben mit den Techniken. Spätestens am Sonntagvormittag, als jeder/jede zweite Teilnehmende mit Augenbinde ausgestattet, aussah wie ein Teenage Mutant Ninja Turtle, war klar, hier werden keine einfachen technischen Fertigkeiten trainiert. Hier wurde das Individuum als Ganzes geschult, in der Körperhaltung, im Auftreten, in den Ausweichbewegungen, im Selbstschutz, in der Selbstbehauptung, in der Technikausführung und in der Sensibilität gegenüber dem jeweiligen Partner. Alle Teilnehmenden hatten Spaß daran, zu erkennen, ob die Partnerin oder der Partner die linke, oder die rechte Hand fasste und ob es mit der linken oder rechten Hand passierte, um dann die korrekte Ausweichbewegung und die vorgegebene Technik auszuführen.
Zum Thema passend hatten die Wedeler Organisatoren, Anja Schuster und Burkhard Mars, einen ihrer Trainingsteilnehmer dafür engagieren können, die Abendbetreuung im Steilwandklettern zu übernehmen.
Christian besitzt die entsprechenden Genehmigungen und die Erfahrung, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in das Klettern einzuweisen. Schwerpunkte waren auch hier, das Bewegen des Zentrums zur Wand und das verbesserte Vorankommen auf vorgeschriebenen Pfaden.
Als es am Samstagabend nach dem Abendtraining auf Nachtwanderung entlang des Planetenpfades ging, stellte sich sehr schnell heraus, wer sich die Zeit nahm, die Daten der einzelnen Planeten maßstabsgetreu ins Verhältnis zur Realität zu setzen. Die jüngeren Mädchen interessierten sich darüber hinaus für die Temperatur- und Größenverhältnisse zwischen der Sonne und den Planeten sowie für die Blindenschrift auf den Schautafeln.
Statt des Schmuddelwetters am Vorabend hatten wir diesmal auch einen sternenklaren Himmel und recht frische Temperaturen. Als es zum Abschluss der Nachtwanderung an die Elbe ging, war das Wasser gerade wieder auflaufend, wir hatten also die Ebbe verpasst. Dennoch wurde deutlich, dass das Wasser der Elbe den Gezeiten unterliegt.
Als wir endlich wieder in der Halle waren, vergnügten wir uns mit „Wehrwolf“-Spiel, „Halt mal kurz“-Spiel, Wikingerschach und Fußball mit dem Weichball. Der Ruf nach Nachtruhe wurde irgendwann deutlich und einer nach dem anderen rollte sich dann doch im Schlafsack ein und schlief.
Nach dem letzten Frühstück am nächsten Morgen durfte ich beim „Eisbären und Pinguine“-Spiel den ersten Eisbären spielen. Ich merkte sehr schnell, wieviel Kraft noch in unseren Kids schlummerte, auch nachdem sie zwei Nächte in der Halle übernachtet hatten.
Bericht von Andreas Kalbitz, Lehrgangsleiter
In den Kommentaren von 2015 wurde Kritik geäußert, dass einige Disziplinen schon seit Jahren dabei waren und bei einzelnen Disziplinen die "alten Hasen" im Vorteil waren, weil sie sich entsprechend vorbereiten konnten (z.B. beim Wasserschöpfen). Deshalb hatten wir beschlossen komplett neue Disziplinen zu entwickeln, abgesehen vom Hindernislauf, der automatisch jedes Jahr eine andere Form hatte. Dies sollte möglichst ohne zusätzliche Kosten ermöglicht werden. Das Recycling des vorhandenen "Lager-Olympiade-Fundus" stand deshalb mit im Vordergrund. Auf dieser Basis wurden 11 neue Disziplinen und der Hindernislauf ins Programm genommen.
Das jeweils älteste Jungen- und Mädchen-Zelt wurde zur Ausrichtung der Stationen rekrutiert. Hinzu kamen die Betreuer Kai und Desiree, die den aufwendigen Hindernis-Parcours übernahmen. Aus den 12 Disziplinen wurden von der Gruppe 10 ausgewählt.
Alle Disziplinen wurden von den sieben Mannschaften gut angenommen. "Frisbee" wurde allerdings durch den Wind etwas beeinträchtigt. "Handstand gegeneinander" erwies sich ebenfalls als nicht ganz einfach. Keine Mannschaft schaffte es, alle Mitspieler in der vorgegebenen Zeit in den Handstand zu bringen, weil das mühsam aufgebaute Knäuel immer wieder in sich zusammen fiel. Trotzdem wurden beachtliche Leistungen erzielt und die Mitspieler hatten sehr viel Spaß.
Insgesamt lagen die Leistungen überwiegend recht dicht beieinander. Bei keiner Disziplin konnten anhand der Ergebnisse große Vorteile/Nachteile durch Geschlecht oder Alter festgestellt werden. Dies spiegelte auch durch die Platzierungen wieder. Die ältesten Jungen wurden Sieger, gefolgt von den jüngsten Mädchen und Jungen. Alle Mannschaften hatten viel Spaß und waren mit Feuereifer und Ehrgeiz bei der Sache. Selbst die ältesten Jungen, die anfangs sehr lustlos und negativ auftraten, waren wenig später mit vollem Siegeswillen dabei. Nach Bekunden des Teams war dafür hauptsächlich Mitspieler Hannes verantwortlich, der sein Team mitgerissen hat und auch selbst immer an erster Front stand und vollen Einsatz geleistet hat.
Ich möchte mich ganz herzlich bei Hannes und allen anderen Teilnehmern bedanken, für die große Einsatzfreude und den Spaß am Mitmachen.
Mein ganz besonderer Dank gilt aber auch den Stationsleitern. Der Aufbau und das Betreiben der Stationen funktionierten hervorragend. Auch vom heftigen Regen während der Aufbau-Phase habt ihr Euch nicht unterkriegen lassen, obwohl viele völlig durchnässt waren. Kurzzeitig stand die Durchführung der Lager-Olympiade sogar auf der Kippe. Aber nach kurzer Rücksprache mit Lilo und Konsultation des Regenradars, hatten wir uns für das Weitermachen entschieden. Und tatsächlich schien auch der Wettergott ein Lager-Olympia Fan zu sein, denn erst beim Abbau der Stationen begann es wieder zu regnen. Ende gut - alles gut.
Das Samurai Camp wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP).
Bericht von Ingo Fassbender, Jugendtrainer AV Wattenbek e.V.
Das waren die Teilnehmer des diesjährigen Camps, das vom 29.07. bis zum 03.08.2016 stattfand: 72 Kinder und Jugendliche reisten mit 8 Betreuer/-innen in Scharbeutz an, um eine Kurzwoche auf den Spuren der Samurai zu wandeln und viel Spaß miteinander zu haben, aber auch um voneinander zu lernen. Die Referentinnen und Referenten unseres Samurai Camps waren sehr gut vorbereitet und gaben ihr Wissen engagiert weiter. Die Kinder und Jugendlichen erhielten Buttons mit verschiedenen Symbolen, die sie für die Zeit des Camps in Gruppen gleichen Alters einordneten. So konnten die Teilnehmenden in vier oder acht ungefähr gleich große Gruppen mit unterschiedlichen Lehrern/Lehrerinnen und Themen eingeteilt werden. Der Zeitplan, der für alle Teilnehmenden vor dem Betreuerinnenzelt ausgelegt war, gab jederzeit Orientierung hinsichtlich der Themen- und Lehrerzuordnung. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer insgesamt alle Gruppen in der Kurzwoche betreuten.
Nicht nur Aikido in Theorie und Praxis sowie Transfer für das Leben standen auf dem Programm, sondern auch der Umgang mit den Waffen der Samurai, die historischen Tugenden der Leibeigenen, die Geschichte und das Leben, die Kalligrafie und Origami. Dabei leiteten neben den Erwachsenen auch die älteren Jugendlichen einzelne Einheiten an. Kurzfristig kamen auch "Black Stories", eine Detektivgeschichte mit vorgegebenen Aufgaben, ins kreative und sportliche Angebot. Die alt eingeschworene "Werwolf-Gemeinschaft" ließ sich überhaupt nicht stören. Es gab aber auch Schach, Knotenkunde, Slacklining, Ballspiele rund um die Tischtennisplatte und andere Spiele. Zusätzlich wurden Workshops angeboten wie die "Funktionsweise des Gehirns - wie kann ich mich selbst motivieren?", „japanisches No-Theater“ und "Wie verteidige ich mich mental und übe Schlagfertigkeit ein?“
Ein Highlight war das Trainieren in Praxis-Kurzworkshops mit den unterschiedlichsten Themen, wobei die Teilnehmer/-innen nach ca. 12 Minuten zur nächsten Station rotierten. Konzentration und Aufmerksamkeit waren hierbei besonders gefordert, und die Anpassung jeder Station an die Anforderungen der aktuellen Gruppe war möglich. Diese Art der Vermittlung fand an zwei Tagen mit unterschiedlichen Themenzuordnungen und Lehrerinnen und Lehrern, die die Themen anders interpretierten und anpassten, statt. Einige Workshops wurden dabei auch ausgetauscht.
Ein Novum war in diesem Jahr das No-Theater. Deshalb erhielt die Gruppe von vier jungen Darstellerinnen gemeinsam mit der Referentin des No-Theaters die Möglichkeit, noch am selben Abend in der Turnhalle im Anschluss an die Aikido-Einheiten ihr selbst erarbeitetes Theaterstück aus dem Workshop vom Nachmittag vorzustellen.
Das Stück handelte von Sara, die neu in der Stadt war, und hatte folgende Handlung: Sara trifft auf ihrem Schulweg am ersten Schultag auf Roswitha, die alle anderen Kinder an der Schule drangsaliert, und dies nun auch bei Sara versucht. Schnell findet Sara jedoch Freundinnen an der neuen Schule. Diese bringen ihr die Prinzipien des Aikido bei. Vor allem üben sie das Konflikt vermeidende Ausweichen ein. Als Sara danach auf Roswitha trifft, welche körperlich auf Sara einwirken will, gelingt es Sara mittels geschicktem Ausweichen, sich zu befreien. Davon fühlt sich Roswitha besiegt und zieht sich enttäuscht zurück. Doch Sara sonnt sich nicht in Genugtuung, sondern reicht Roswitha die Hand, und die Beiden werden Freundinnen.
Das Theaterstück wurde ohne Worte, ausschließlich mit Hilfe von Gestik und Mimik dargebracht. Dies ist eine Eigenheit des No-Theaters, dass im historischen Japan durch bewusste Bewegungen, die auch Kata genannt wurden, das Stück dargebracht wurde.
Dies schult das Bewusstsein für die eigene Körpersprache und zeigt den Kindern, dass sie permanent bewusst oder unbewusst mit ihrem Körper etwas aussagen. Der Lernprozess war in den Proben gut zu sehen. Den Kindern fiel es zunächst sehr schwer, ohne Worte die Geschichte darzustellen, die sie sich ausgedacht hatten und immer wieder platzte ein Wort heraus. Dies wurde zunehmend weniger, und die Aufführung lief in absolutem Schweigen ab. Die anschließende Befragung der Zuschauer zeigte, dass die Darstellerinnen sehr gut gespielt hatten, denn die Zuschauer konnten die Geschichte anschließend mit Worten und ohne weitere Hilfe nacherzählen. Ein langer Beifall war den Darstellerinnen gesichert.
Nach dem Frühtraining mit Parcours und den Aikido-Kurzworkshops am Montag wurden die Matten, 220 qm Segeltuch, zum Transport verladen. Am Nachmittag stand ein weiterer Höhepunkt des Camps an, nämlich die Lagerolympiade. Ingo Fassbender hat diese organisiert und mit den älteren Jugendlichen, die die Stationen betreuten, durchgeführt. Der Wettergott wollte anfangs nicht mitspielen, zeigte sich dann aber doch wohlwollend. Die vielen Wolken auf den Fotos sprechen Bände. Ein eigener Bericht über die Olympiade nebst Fotos ist bereits im Internet der Jugend des DAB veröffentlicht.
Das Bergfest, das in diesem Jahr von den Jugendlichen selbst organisiert und durchgeführt wurde, war ein voller Erfolg. Hier schafften es die Verantwortlichen, nachdem ihnen das vorhandene Equipment verbesserungsbedürfte erschien, geeignete Boxen, ein Mischpult und sogar ein Laptop der umliegenden Campgemeinschaften zu beschaffen. Diese waren dann natürlich mit von der Partie.
Am Dienstag hatten sich schon viele Freundschaften gebildet. So war es dann auch kein Problem, sich in Kleingruppen im Hansapark zu bewegen. Außerdem konnten sich die Kinder und Jugendlichen bei Schwierigkeiten an die Betreuer/-innen wenden, die stündlich am Ausgang des Hansapark standen, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Unsere jüngeren Mädchen nahmen diese Hilfe gerne an und konnten mit dem Betreuer an der Hand ganz andere Fahrgeschäfte nutzen.
Auch in diesem Jahr waren unsere Teilnehmenden wieder pünktlich am Treffpunkt. Kein Kind fehlte – wir Betreuer und Betreuerinnen waren glücklich.
Am Abend war das Abschlussgrillen mit Hamburgern angesagt. Ebenso wurden die neu gestalteten Feedback-Bogen fleißig ausgefüllt. Sie fanden guten Anklang.
Im Verlauf des Abends waren alle Gruppen so stark im Gespräch oder Spiel vertieft, dass wir Erwachsenen dies auch nicht stören wollten. Die älteren Jugendlichen wollten noch einmal unter sich sein und zogen um zum Strand, um dort Beachvolleyball zu spielen. Zur abgemachten Zeit kamen sie wieder zurück. So konnte auch in dieser Nacht die viel diskutierte Nachtruhe einkehren.
Am Mittwochmorgen nach dem Frühstück und einem Abschlussgespräch, einem letzten Feedback, hieß es dann, „klar Schiff zu machen“. Dies war aufgrund von Regen in diesem Jahr nicht so einfach. Jedoch ließen sich unsere Aikidoka nicht unterkriegen vom Wettergott. Er weinte nämlich nur, weil es galt, Abschied zu nehmen.
Ein kleiner Trost: Das nächste Datum für das Samurai Camp steht schon fest:
Bericht von Lilo Schümann, Lehrgangsleiterin
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Weitere Dokumente (Elternerklärungen, Anmeldeformulare, etc.) befinden sich im Lehrgangsplan.