Lehrgangsberichte


Hier findet ihr Berichte von vergangenen Lehrgängen und Trainings.

Landesjugendlehrgang in Niedernhausen/Oberseelbach 27.11.2010 - 28.11.2010, Niedernhausen/Oberseelbach (Hessen)
mit Thomas Eichhorn (3. Dan)
von Thomas Eichhorn

Ungefähr 60 Teilnehmer fanden sich beim diesjährigen Landesjugendlehrgang auf der Matte wieder und wollten bewegt werden. Die Trainingszeit verflog, zumindest für mich, wie im Flug und ein anstrengendes aber schönes Wochenende ist wieder vorbei. Die Teilnehmer sollten sich dieses Mal an dem Lehrgangsbericht beteiligen. Daher durfte jeder seine Erfahrungen und Eindrücke in einem Satz in dem Bericht festhalten. Mein Dank gilt vor allem Petra Schmidt, die für die Bereitstellung der Halle alle Hände voll zu tun hatte. Aber auch ohne die anderen Betreuer wäre so ein reibungsloser Ablauf nicht möglich gewesen. Vielen Dank!

Es war mal wieder Landesjugendlehrgang-Wochenende und es hatte im schönen Niederhausen-Oberseelbach geschneit. Es war ein wahres Feuerwerk neuer Eindrücke. Alle haben etwas Neues gelernt. Am Anfang hatten manche Kinder ein bisschen vor den vielen neuen Kindern Angst, aber das änderte sich ganz schnell. Denn die Kinder lernten sich alle immer besser kennen. Die Techniken wurden mit großem Eifer geübt. Sie wurden auch sehr gut erklärt. An Hebeltechniken waren Udo-Oase und Kote Mawashi dabei. Von den einzelnen Hebeltechniken taten einige mehr weh als andere. Aber auch Wurftechniken wie Shiho-Nage kamen dran. Das letzte Spiel hat uns besonders Spaß gemacht.

Die Nudeln haben sehr gut geschmeckt. Wir haben am Samstagabend eine Nachtwanderung durch den dunklen Wald gemacht. Alle haben ungeduldig darauf gewartet. Dann ging es endlich los. Markus und Karina haben die anderen erschreckt. Es war mir 6 Grad zu warm. Wobei dies eine Einzelmeinung ist. Nach 20 Minuten (Anmerkung der Redaktion: 1 Stunde und 20 Min) und 5 Stationen war der Spaß schon wieder vorbei. Aber wir mussten die Begriffe aus dem Wald auf Bildzetteln ankreuzen. Und dann haben wir ganz viel auf den Matten rumgetobt. Zum Beispiel haben wir Fangen gespielt. Und auch BayBlade haben wir gespielt. An Kartenspielen waren Uno und Quartett dabei. Manchmal wurde es etwas wild und wir haben mit den Schlafsäcken gekämpft. Manche haben mit Essstäbchen und einer Schale mit Süßigkeiten Wettkämpfe gemacht. Wir sind ganz spät ins Bett gegangen. Umso größer war die Müdigkeit am Morgen um 8.00 Uhr beim Aufstehen. Viele kamen gar nicht aus den Federn raus. Trotzdem hat die Übernachtung Spaß gemacht. Nach einem großen Frühstück und einem weiteren lustigen Training wurde noch fleißig abgebaut und sauber gemacht. Dann war alles vorbei aber wir freuen uns auf das nächste Jahr.

Bericht von Thomas Eichhorn, Jugendwart AVHe

Jugendleiterworkshop in Kaltenkirchen 25.09.2010 - 26.09.2010, Kaltenkirchen von Patrick David

Die Jugend des Deutschen Aikido Bundes hat den diesjährigen Jugendleiterworkshop in Kaltenkirchen veranstaltet. 20 Teilnehmer und 4 Mitglieder des Bundesjugendvorstands trafen sich um sich über allgemeine Themen des Kinder- und Jugendtrainings auszutauschen. Behandelt wurden allgemeinere Themen wie Dehnübungen und Spielvorschläge fürs eigene Training zu Hause, aber auch speziellere Thematiken. So wurde eine Einheit dem Umgang mit ADHS-Kindern gewidmet.

Eine weitere Einheit befasste sich mit der Prävention sexueller Gewalt, ein Thema welches vor dem Hintergrund der im Sommer bekannt gewordenen Vorfälle bei Kinder- und Jugendmaßnahmen sehr aktuell ist.

Diskussionsbedarf gab es hinsichtlich der Prüfungsmodalitäten bei Kindern. Durch die 2004 eingeführte Regelung in der Ordnung des DAB, können bei Kinder unter 14 Jahren Zwischenprüfungen zum weiß-gelben und gelb-orangenen Gürtel durchgeführt werden. Die Regelung wird insbesondere in Gruppen mit jüngeren Teilnehmern umgesetzt, es wurde jedoch der Wunsch nach einer bundesweit einheitlichen Regelung geäußert. Der Bundesjugendvorstand wird sich in Zukunft mit diesem Thema befassen.

Es ist geplant, den Jugendleiterworkshop jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden zu lassen. Im nächsten Jahr wird er in Schwerte (Nordrhein-Westfalen) stattfinden. Termin ist der 02./03. April 2011.

Bericht von Patrick David, Bundesjugendreferent

Samurai Camp 2010: Geisternacht 03.08.2010 - 08.08.2010, Lenster Strand in Grömitz (Schleswig-Holstein) von Ingo Fassbender

Auch in diesem Jahr wurde wieder eine Nachtwanderung mit Gruseleinlage durchgeführt.

Da keine Team-Assistenten zur Verfügung standen, wurden die "Geister" wie schon bei der Olympiade aus Freiwilligen der älteren Kinder rekrutiert. Die Begeisterung war noch größer, so dass die Zahl der Helfer begrenzt werden musste, damit es am Ende nicht mehr "Geister" als Wanderer gab. Allerdings ließen es sich einige Abgewiesene nicht nehmen, zumindest bei den Vorbereitungen sowie beim Schminken und Verkleiden zu helfen.

Kreativität und Ideen sprudelten nur so. Bei einigen Kindern war es notwendig die Vorstellungen etwas zurück zu bringen auf einen Level, der technisch / materiell umsetzbar war und auch den persönlichen Fähigkeiten mehr entsprach. Aber auch dies konnte die Begeisterung nicht bremsen und bis zum Schluss wurde noch am Auftritt gefeilt.

So hatten wir letztendlich einen Verrückten, den Tod, vier Hexen, einen Messerstecher mit Opfer, einen Betrunkenen, einen Zombie, Dracula und einen Werwolf auszustatten, sowie weitere Beteiligte, die im Hintergrund rasselten, Ballons platzen ließen, mit Wasser spritzten, heulten, ein Skelett anleuchteten, auszurüsten.

Wegen der kurzen Vorbereitungszeit ging es etwas hektisch zu. Da am Donnerstag auch noch der Besuch des Hansaparks stattfand, war tagsüber keine Zeit für einen letzten Schliff. Nach dem Grillen ging es deshalb sofort in den Betreuerraum. Verkleidung, Masken und Schminke wurden angelegt, die Utensilien zusammengesucht und letzte Notwendigkeiten improvisiert. Einige Mädchen opferten sogar ihre geliebten Frisuren, um sich zu stilechten Hexen umtoupieren zu lassen. Auch das Schminken wurde mit viel Liebe und großer Detailtreue durchgeführt und wahre Meisterwerke wurden geschaffen.

In mehreren Schüben fuhren wir zum Zielgebiet, wo Betreuer Christian Kaldun bei der Festlegung der einzelnen Standorte unterstützte. Unser Ziel war es, alle Beteiligten noch vor Einbruch der Dunkelheit an einer geeigneten Stelle zu platzieren. Nachdem dies geschafft war, war es dann aber auch schon fast dunkel. Der eine oder andere Geist war jetzt doch sehr froh, einen Kollegen zumindest in Rufweite zu haben. Und da es noch fast eine Stunde dauerte bis die erste Gruppe Wanderer erwartet wurde, bildeten sich kleine Grüppchen. Keiner wollte allein im Dunkeln sitzen. Es erforderte doch eine ganze Portion Mut, allein oder auch in kleinen Gruppen in der Stille der Dunkelheit zu verharren.

Währenddessen wurde im Camp die erste Gruppe auf Wanderschaft geschickt. Die Jüngsten machten den Anfang und hatten eine verkürzte Strecke zu absolvieren. Schließlich hatten alle ja bereits den Hansapark in den Beinen. Die meisten wussten bereits aus dem Vorjahr, was geschehen würde. Trotzdem trat der Gruseleffekt ein, auch wenn dies manchmal mit Lachen, Anschreien der "Geister" oder dem Raten, wer denn der Betrunkene oder die Hexe tatsächlich sei, überspielt wurde.

Selbst der ältesten und letzten Gruppe war eine Anspannung deutlich anzumerken. Es war nicht möglich, die Gruppe zur Ruhe zu bringen. Immer hatte einer etwas Wichtiges zu erzählen, einen Witz zu machen oder sah und hörte die Geister schon, lange bevor das "Geistergebiet" überhaupt erreicht war.

Nachdem auch die letzte Gruppe das Geistergebiet durchquert hatte, war es Zeit, die "Geister" wieder einzusammeln und gemeinsam ins Camp zurück zu gehen.

Dabei wurden eifrig Erfahrungen ausgetauscht, Erlebnisse diskutiert und bereits Pläne für das nächste Camp geschmiedet. Dabei ließ sich feststellen, dass der eine oder andere über den eigenen Schatten gesprungen und jetzt sehr stolz auf das Geleistete war. Sich tagsüber freiwillig melden, ist eben doch etwas anderes als dann real allein im dunklen Wald zu stehen und andere erschrecken zu müssen, wenn man eigentlich selbst Angst vor jedem unbekannten Geräusch aus dem Nichts hat. Ohne Ausnahme haben aber alle Beteiligten sehr viel Spaß bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung gehabt. Und auch von vielen "Wanderern" kam das Feedback: "Nächstes Jahr unbedingt wieder eine Geisternacht."

Bericht von Ingo Fassbender

Samurai Camp 2010: Lagerolympiade 03.08.2010 - 08.08.2010, Lenster Strand in Grömitz (Schleswig-Holstein) von Ingo Fassbender

In diesem Jahr wurden 6 Gruppen allein durch das Alter, unabhängig vom Geschlecht, bestimmt. Dadurch ergaben sich oft Teams von Kindern, die ansonsten eher wenig Kontakt miteinander hatten. Dies betraf überwiegend die jüngeren Gruppen, aber auch Camp-Neulinge in den älteren Gruppen. Die Zelte waren nach Vereinszugehörigkeit und erst in zweiter Linie nach Alter zusammengestellt worden.

Mädchen und Jungen mussten in den neuen Teams zueinander finden. Dabei wurde schnell festgestellt, dass mal die Mädchen und mal die Jungen bessere Ergebnisse erzielten. Aber auch, dass richtig gute Erfolge erst nach überwindung erster Hemmungen durch echte Zusammenarbeit sowie gezieltem Einsatz der individuellen Stärken möglich waren.

Die Betreuung der 9 Stationen erfolgte durch ältere Kinder, die sich freiwillig gemeldet hatten. Welche Stationen sie übernehmen wollten, konnten die Freiwilligen selbst entscheiden. Dabei wurde aus dem bereits Bekannten und Erprobten ausgewählt, aber auch neue Aufgaben erdacht und durchgeführt. Alle waren hoch motiviert und akribisch bei der Planung, wie und wo die Station aufzubauen sei und wie die Bewertungskriterien festgelegt werden könnten. Dazu gehörte es auch, die Altersunterschiede der Gruppen zu berücksichtigen und ggf. Nachteile auszugleichen. Hoch motiviert waren auch die Teilnehmer der Olympiade. Selbst die älteste Gruppe, die sich anfangs etwas mokierte, ließ sich bald mitreißen und zeigte echten Siegeswillen.

Beim Boccia mussten die älteren Gruppen über ein Volleyballnetz werfen. Dennoch gelangen echte Meisterwürfe.

Geschicklichkeit, Technik und Fleiß waren beim Sandburgbauen wichtig. Manche Burg war schon rekordverdächtig hoch, bis sie kurz vor Ablauf der Zeit wieder in sich zusammenstürzte. Neben den "Schauflern" gab es auch "Planer", die zunächst über Standort, idealen Neigungswinkel und Grad der notwendigen Befeuchtung diskutierten. Bei der "blinden Kuh" wurde die Gruppe mit verbundenen Augen von einem sehenden Führer von hinten durch einen Parcours im Wald geführt. Vertrauen und Synchronisation waren hier die ausschlaggebenden Elemente. Aber auch die Erkenntnis, dass es besser ist, einen Großen als Steuermann zu bestimmen, der auch sieht, wohin er die Gruppe führt, musste manchmal erst gedeihen. Das einheitliche Verständnis von rechts und links war ebenfalls ein klarer Vorteil.

Der Hindernis-Parcours wurde durch zwei neue Features noch anspruchsvoller. Mit einem Fußball musste ein Slalom-Kurs absolviert werden. Schäden am "Spinnennetz" mussten sofort repariert werden, bevor der nächste Teilnehmer starten durfte. Besonders die größeren, älteren Teilnehmer waren so gezwungen, auf Gelenkigkeit und Geschicklichkeit zu setzen und nicht mit Kraft und Gewalt einfach durchzustoßen.

Das "Wasserschöpfen" erforderte Kreativität, da keine Hilfsmittel, wie z.B. Becher oder Flaschen benutzt werden durften. Neben Händen, T-Shirts und Schuhen wurden allerlei andere Möglichkeiten gefunden, die Eimer zu füllen wie z.B. Mund und Haare. Schnelligkeit und Geschicklichkeit waren ebenfalls wichtig, damit noch genug Wasser am Eimer ankam.

Besondere Talente traten beim "Tiere raten" zu Tage. Tiere mussten pantomimisch dargestellt und von der Gruppe erraten werden. Die Darstellung gelang teilweise so gut, dass schon eine kurze Geste oder Mimik die Gruppe auf den richtigen Begriff brachte. Erstaunlicherweise machten sich teilweise ausgerechnet diejenigen "zum Affen" (oder einbeinigen Flamingo, am Boden windende Schlange usw.), von denen man es am Wenigsten erwartet hätte. Sich mal lächerlich zu machen ohne im Anschluss verhöhnt, sondern gelobt zu werden, war sicherlich für den einen oder anderen eine schöne Erfahrung. Neben den altbekannten gab es auch neue Aufgaben zu bewältigen.

So musste von jedem Mitglied der Gruppe ein Teebeutel aus ca. 3m Entfernung mit dem Mund in einen Eimer geschleudert werden. Hierbei gab es besonders herzliches Gelächter und Anfeuern der anderen Gruppenmitglieder. Es wurden verschiedene Techniken herausgearbeitet, aber Gefühl und Timing waren hier wohl doch ausschlaggebend.

Eine Mischung aus "Apfel aus dem Wasser schnappen" und "Stelzenlauf" war ebenfalls eine ganz neue Herausforderung. Der besondere Reiz lag hier im zusätzlichen Wettbewerb innerhalb der Gruppe. Immer zwei Gruppenmitglieder traten zeitgleich gegeneinander an, eines zum Stelzenlauf, eines zum Apfelschnappen. Bewertet wurde die jeweils schnellere Zeit. Beim Apfelschnappen wurden teilweise phantastisch gute Zeiten erzielt. So gab es 4 Ergebnisse unter 4 Sekunden.

Besonderer Höhepunkt war sicherlich die Slackline. Im Vorteil war, wer in den Tagen zuvor schon einmal geübt oder es zumindest versucht hatte. Aber da der "Tanz auf dem Seil" allein doch zu schwer war, wurde eine leichte Hilfestellung erlaubt. Trotzdem bedurfte es Mut, Gleichgewicht und Geschicklichkeit, die knapp 10m auf der Slackline zu balancieren. Bei weitem nicht jeder schaffte es ohne Absturz. Aber da in der Zeit für jeden mehrere Durchgänge möglich waren, kam Frust gar nicht erst auf.

Die Leistungen innerhalb der drei älteren Gruppen sowie der drei jüngeren Gruppen waren jeweils äußerst ausgeglichen. Zwischen diesen beiden Altersblöcken bestand allerdings ein deutlicher Abstand zu Gunsten der älteren Teilnehmer. Dabei waren es nicht immer die älteren Gruppen, die die Stationen gewinnen konnten. Bei 5 der 9 Stationen konnten die Jüngeren den ersten Platz belegen. Andererseits gab es für sie nur einen zweiten Platz und oft lagen sie auch am Ende der Bewertung. ältere Gruppen konnten sich sehr konstant im oberen Bereich der Bewertungen etablieren. Besonders auffällig war dies beim Tiere Raten, der Slackline und bei Blinde Kuh. Hier wäre im nächsten Jahr zu überlegen, wie bei gleicher Konstellation ein Altersnachteil aufgefangen werden könnte. Allerdings sollte dieser Alters-Effekt nicht überbewertet werden, da zwischen den vorderen und hinteren Plätzen an den Stationen oft nur wenige Zentimeter oder Sekunden lagen. Es galt der olympische Gedanke und alle hatten sehr viel Spaß.

Bericht von Ingo Fassbender

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